Schilddrüse

Alles über Schilddrüsenüberfunktion: Symptome, Ursachen und Therapie

Alles über Schilddrüsenüberfunktion: Symptome, Ursachen und Therapie

Sind Sie besorgt wegen Symptomen wie Herzrasen, Schlafstörungen oder einem ungewöhnlichen Gewichtsverlust? Diese könnten Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sein, einer Bedingung, die mit einer Überproduktion an Schilddrüsenhormonen einhergeht. In diesem Artikel klären wir über die Anzeichen, Ursachen und Behandlungsmethoden auf und unterstützen Sie dabei, die nächsten Schritte zu Ihrer Gesundheit zu finden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) reichen von Gewichtsverlust und Unruhe bis hin zu potenziellen Herz-Kreislauf-Störungen und können bei älteren Menschen atypisch sein.

  • Die häufigsten Ursachen für Hyperthyreose sind Morbus Basedow (eine Autoimmunnerkrankung) und Schilddrüsenautonomie (unkontrollierte Hormonproduktion), aber auch Entzündungen oder Jodüberdosierung können eine Rolle spielen.

  • Behandlungsmöglichkeiten variieren je nach Ursache und umfassen Medikamente, Radiojodtherapie und Operationen; Thyreostatika und Betablocker werden häufig verschrieben. Nach einer Schilddrüsenoperation ist lebenslange Hormonersatztherapie oft erforderlich.

  • Ein normaler TSH-Wert liegt zwischen 0,4 und 4,0 mIU/L, und Abweichungen von diesem TSH Wert können auf eine Schilddrüsenfunktionsstörung hinweisen.

  • Eine thyreotoxische Krise ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der eine sofortige medizinische Intervention erfordert, um schwerwiegende Komplikationen zu verhindern.

  • Eine Vergrößerung der Schilddrüse, auch als Struma bekannt, kann Symptome wie Schluckbeschwerden oder Atemprobleme verursachen.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion

Illustration von einer Person, die Gewicht verliert und nervös ist

Die Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sind vielfältig und können sowohl körperlich als auch psychisch sein. Häufig klagen Betroffene über:

  • Gewichtsverlust

  • Nervosität

  • Schlafstörungen

  • Müdigkeit und Schwäche trotz hohem Aktivitätsniveau

Das klingt widersprüchlich, ist aber ein typisches Zeichen, dass die Schilddrüse auf Hochtouren läuft und den Körper in einen Zustand von Dauerstress versetzt, der auch den Schilddrüsenhormonspiegel und das Blut beeinflussen kann.

Aber das ist bislang nicht alles. Die Schilddrüsenüberfunktion kann auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einen Anstieg der Herzfrequenz und des Blutdrucks verursachen. Frauen können Veränderungen im Menstruationszyklus erfahren. Einige Menschen bemerken Schwellungen um die Augen und beeinträchtigte Augenbewegungen, die sogar zu Doppeltsehen führen können. Bei älteren Menschen können die typischen Symptome fehlen, was zu Schwäche, Verwirrung und Depression führen kann.

Ursachen für Hyperthyreose

Illustration von Schilddrüsenhormonen und ihrer Produktion

Nun, da wir die Anzeichen kennen, fragen Sie sich vielleicht, was die Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion sind. Es gibt primäre Hyperthyreosen, die direkt auf die Schilddrüse zurückzuführen sind, und sekundäre Hyperthyreosen, die durch eine erhöhte TSH-Aktivität verursacht werden, beispielsweise durch Tumoren der Hypophyse. Eine Schilddrüsenüberfunktion Hyperthyreose kann sowohl primär als auch sekundär auftreten.

Aber wussten Sie, dass die zwei häufigsten Formen der Schilddrüsenüberfunktion Morbus Basedow und Schilddrüsenautonomie sind? Lassen Sie uns diese beiden Zustände genauer betrachten.

Morbus Basedow Krankheit

Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Überfunktion der Schilddrüse führt. Bei der Morbus Basedow Krankheit Erkrankung greift das Immunsystem fälschlicherweise die Schilddrüse an und verursacht eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen. Es gibt einige Faktoren, die Morbus Basedow begünstigen können, darunter genetische Veranlagung, psychische Belastung und Rauchen.

Interessanterweise sind Frauen häufiger von der Basedow Krankheit betroffen als Männer.

Schilddrüsenautonomie

Eine weitere häufige Ursache für Hyperthyreose ist die Schilddrüsenautonomie. Hierbei produziert die Schilddrüse eine übermäßige Menge an Schilddrüsenhormonen, die nicht mehr durch die normale Regulation der Hirnanhangsdrüse kontrolliert wird. Es gibt drei Formen von Schilddrüsenautonomie, die durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden können, darunter chronischer Jodmangel, verstärktes Wachstum der Schilddrüse oder eine unkontrollierte Hormonproduktion bei großen Mengen an Jod.

Andere Gründe

Abgesehen von Morbus Basedow und Schilddrüsenautonomie gibt es auch andere, weniger häufige Ursachen für eine Hyperthyreose. Dazu gehören:

  • Schilddrüsenentzündungen

  • Tumore der Hypophyse

  • bestimmte Krebserkrankungen

  • Überdosierung von Jod

In einigen Fällen können diese Ursachen ebenfalls zu einer Überfunktion führen.

Diagnose der Schilddrüsenüberfunktion

Illustration eines Arztes, der Bluttests durchführt

Die Diagnose einer Schilddrüsenüberfunktion ist ein mehrschrittiger Prozess, der folgende Schritte umfasst:

  1. Eine gründliche Anamnese

  2. Körperliche Untersuchung

  3. Bluttests

  4. Ultraschall der Schilddrüse

Diese grundlegenden diagnostischen Schritte sind wichtig, um die genaue Ursache der Symptome zu ermitteln und eine effektive Behandlungsstrategie festzulegen.

In einigen Fällen können spezialisierte diagnostische Verfahren erforderlich sein. Diese können von Fachärzten wie Nuklearmedizinern, Endokrinologen und HNO-Ärzten durchgeführt werden und umfassen unter anderem Szintigrafie und Feinnadelpunktionen. Ein wichtiger Bluttest zur Diagnose einer Hyperthyreose ist die Bestimmung des Serum-TSH-Wertes, da dieser bei einer Überfunktion stets supprimiert ist.

In einigen Fällen können zusätzliche bildgebende Verfahren erforderlich sein, um die genaue Ursache der Hyperthyreose zu bestimmen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Hyperthyreose

Illustration von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion ist so vielfältig wie ihre Ursachen, die von einer Schilddrüsenentzündung bis hin zu anderen Faktoren reichen können. Sie reicht von Medikamenten über Radiojodtherapie bis hin zur Operation, je nach Ursache und Schweregrad der Erkrankung.

Lassen Sie uns diese verschiedenen Behandlungsmethoden genauer betrachten.

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie ist oft der erste Schritt zur Therapie einer Hyperthyreose. Thyreostatika sind Medikamente, die die Produktion von Schilddrüsenhormonen, also die Hormone der Schilddrüse, hemmen und so die Symptome der Hyperthyreose lindern. Methimazol ist unter anderem ein häufig verwendetes Thyreostatikum, das bei der Regulation von Hormonen eine Rolle spielt.

Zusätzlich zu Thyreostatika können Betablocker verabreicht werden, um Herzrasen und andere unmittelbare Symptome der Hyperthyreose zu lindern.

Radiojodtherapie

Die Radiojodtherapie ist eine weitere wichtige Behandlungsmethode bei Hyperthyreose. Dabei wird radioaktives Jod in die Schilddrüse aufgenommen, wo es die Zellen zerstört und so die Hormonproduktion senkt. Die Wirkung der Radiojodtherapie tritt allerdings erst nach einigen Monaten ein. Eine häufige Nebenwirkung ist eine Schilddrüsenunterfunktion, die noch Jahre nach der Behandlung auftreten kann.

Die Radiojodtherapie ist streng kontraindiziert bei schwangeren Frauen aufgrund des Risikos für den Fötus.

Operation bei Schilddrüsenüberfunktion

In bestimmten Fällen kann eine Operation in Betracht gezogen werden, um eine Schilddrüsenüberfunktion zu behandeln. Dies kann notwendig sein, wenn Medikamente oder die Radiojodtherapie nicht helfen oder ein großer Kropf die Atmungswege behindert. Vor der Operation wird der Hormonstoffwechsel mit Medikamenten normalisiert.

Nach einer Schilddrüsenoperation ist die regelmäßige Einnahme von Schilddrüsenhormonen und Jodid erforderlich. Eine Schilddrüsenoperation birgt gewisse Risiken, aber bei erfahrenen Chirurgen ist das Komplikationsrisiko gering.

Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion finden

Selbsthilfe und Prävention bei einer Überfunktion der Schilddrüse

Abgesehen von medizinischen Behandlungen gibt es auch einige Dinge, die Sie selbst machen können, um die Symptome einer Hyperthyreose zu lindern und ein Wiederauftreten zu verhindern. Ein wichtiger Aspekt ist die Ernährung. Personen mit Schilddrüsenüberfunktion sollten koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und Cola, sowie Alkohol meiden, da diese den ohnehin schon überaktiven Stoffwechsel weiter anregen können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Stressmanagement. Der Umgang mit Stress und das Vermeiden Stress auslösender Situationen sind entscheidend für Betroffene einer Schilddrüsenüberfunktion, um eine zusätzliche Belastung von Körper und Geist zu verhindern. Die Kontrolle der Jodaufnahme ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Nachsorge und langfristigen Behandlung einer Hyperthyreose.

Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft

Die Schilddrüsenüberfunktion während der Schwangerschaft stellt eine besondere Herausforderung dar. Die Behandlung erfolgt vorrangig mit Thyreostatika. Propylthiouracil wird im ersten Trimester empfohlen, wenn eine schwangere Frau antithyreoidale Medikamente benötigt. Bei einer Basedow-Krankheit während der Schwangerschaft wird ebenfalls ein Thyreostatikum zur Behandlung eingesetzt.

Es ist essenziell, dass Radiojodtherapie während der Schwangerschaft absolut vermieden wird, aufgrund der Risiken für den Fötus. Schilddrüsenfunktionstests sollten sorgfältig überwacht werden, um die Medikamentendosierung anzupassen und negative Auswirkungen auf Mutter und Fötus zu vermeiden. Eine Schilddrüsenüberfunktion in der Schwangerschaft kann zu folgenden Komplikationen führen:

  • vorzeitige Wehen

  • geringes Geburtsgewicht

  • Fehl- und Totgeburt

  • Präeklampsie

Nach antithyreoidaler Medikation während der Schwangerschaft sollten Neugeborene auf Schilddrüsenfunktionsstörungen überwacht werden. Radioaktives Jod wird während der Stillzeit nicht verwendet, da es in die Muttermilch gelangen und Hypothyreoidismus beim Kind verursachen kann.

Langzeitprognose und Nachsorge

Die Langzeitprognose für Menschen mit einer Schilddrüsenüberfunktion ist in der Regel gut, besonders wenn die Diagnose frühzeitig gestellt und die Behandlung angemessen durchgeführt wird. Nach der Behandlung sind regelmäßige ärztliche Kontrollen wichtig, um die Effektivität der Behandlung zu überwachen und Neben- und Wechselwirkungen rechtzeitig zu identifizieren. Bei einem familiären Hintergrund mit Schilddrüsenerkrankungen können regelmäßige Kontrolluntersuchungen zur Früherkennung und präventiven Behandlung beitragen.

Es ist wichtig zu beachten, dass nach einer Schilddrüsenoperation eine lebenslange Hormonersatztherapie notwendig sein kann, da eine Schilddrüsenunterfunktion als Folge auftreten kann. In solchen Fällen ist es notwendig, die Schilddrüsenhormone mit Tabletten zu ersetzen. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass diese Behandlung lebenslang durchgeführt werden muss und dass regelmäßige Bluttests erforderlich sind, um sicherzustellen, dass die richtige Dosis verabreicht wird.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schilddrüsenüberfunktion ein komplexer Zustand ist, der eine Vielzahl von Symptomen verursachen kann und eine sorgfältige Diagnose und Behandlung erfordert. Es ist wichtig, auf die Zeichen und Symptome zu achten und bei Verdacht einen Arzt aufzusuchen. Mit der richtigen Behandlung und einer angepassten Lebensweise kann eine Schilddrüsenüberfunktion gut kontrolliert und ein normales, gesundes Leben geführt werden. Denken Sie daran: Ihre Gesundheit liegt in Ihren Händen!

Häufig gestellte Fragen

Wie merkt man, dass man eine Schilddrüsenüberfunktion hat?

Man erkennt eine Schilddrüsenüberfunktion an Symptomen wie Gewichtsabnahme, gesteigerter Unruhe, Haarausfall und verstärktem Schwitzen. Manchmal ist auch eine sichtbare Vergrößerung oder Schwellung der Schilddrüse im Halsbereich zu sehen.

Was darf man bei einer Schilddrüsenüberfunktion nicht machen?

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion sollte man auf jodreiche Nahrung verzichten und den Konsum von Kaffee, Alkohol und Cola einschränken. Ferner ist es wichtig, den Kontakt mit Jod in hohen Dosen zu vermeiden, z.B. bei einer Röntgenkontrastmitteluntersuchung.

Ist es schlimm, wenn man Schilddrüsenüberfunktion hat?

Ja, eine Schilddrüsenüberfunktion kann schwerwiegende Auswirkungen haben, einschließlich lebensbedrohlicher Zustände wie einer thyreotoxischen Krise. Es ist wichtig, diese Erkrankung ernst zu nehmen und ärztlichen Rat einzuholen.

Was für Symptome Schilddrüsenüberfunktion?

Die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion umfassen erhöhte Herzfrequenz, Herzrasen, übermäßiges Schwitzen, Nervosität und Gewichtsverlust trotz gesteigerten Appetits. Es können auch Tremor der Hände, Schlafstörungen und erhöhter Blutdruck auftreten.

Was ist Morbus Basedow?

Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem irrtümlicherweise die Schilddrüse angreift, was zu einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen führt. Dieser Zustand ist auch bekannt als Hyperthyreose. Typische Symptome sind unter anderem Gewichtsverlust, Nervosität, erhöhter Puls und Augenveränderungen.

Weitere Informationen

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Hypothyreose

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